RATGEBER · OPEN DATA & QUELLEN

Öffentliche Datenquellen für Immobilien, Bauprojekte und Orte in Deutschland.

Viele relevante Informationen sind öffentlich – aber auf hunderte Portale, Geodienste, Ratsinformationssysteme und Dokumentquellen verteilt. Die Herausforderung ist nicht nur das Finden, sondern Technik, Lizenz, Aktualität und fachliche Bedeutung richtig einzuordnen.

Die wichtigsten Quellenarten

Open-Data-Portale

Bund, Länder und Kommunen veröffentlichen Datensätze und Metadaten über offene Datenportale, häufig auf CKAN- oder vergleichbaren Systemen.

Geoportale & OGC-Dienste

WMS visualisiert Karten; WFS kann strukturierte Geometrien und Attribute liefern. Für räumliche Intelligence sind diese Dienste besonders relevant.

XPlanung & Planportale

Standardisierte oder portalbasierte Bauleit- und Raumplanungsinformationen können Planflächen, Status und Fachattribute enthalten.

Ratsinformationen & OParl

Kommunale Vorlagen, Beschlüsse, Sitzungen und Vorgänge. OParl bietet dafür einen standardisierten API-Ansatz, wenn die jeweilige Kommune bzw. Plattform ihn bereitstellt.

Vergabeinformationen

EU-, nationale oder regionale Vergaben können Leistungsort, Frist, Auftragsgegenstand und weitere Projektsignale liefern.

Justiz & amtliche Bekanntmachungen

Amtliche Verfahrens- oder Auktionsinformationen haben eigene technische und rechtliche Rahmenbedingungen und müssen separat bewertet werden.

Öffentlich zugänglich ist nicht automatisch frei weiterverwendbar

Drei Fragen müssen getrennt beantwortet werden: Ist eine Quelle technisch erreichbar? Darf sie für den konkreten Zweck verarbeitet und gespeichert werden? Ist sie fachlich geeignet? Eine HTML-Seite kann öffentlich lesbar sein und trotzdem ungeeignet für automatisiertes Scraping. Ein Open-Data-Feed kann dagegen eine klare Lizenz und maschinenlesbare Schnittstelle besitzen.

KONKRETES BEISPIEL · GREEN SOURCE

Open Data München: Bebauungspläne über WFS / GeoJSON

Die Landeshauptstadt München veröffentlicht einen Datensatz mit Flächen von Bebauungsplänen, Plänen in Aufstellung, Außenbereichssatzungen und Umlegungsgebieten. Die Ressource steht als GeoJSON/WFS zur Verfügung und ist unter Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0 veröffentlicht. Das ist der erste produktive Source-Kandidat im neuen SnoopPro-Live-Datenkern.

Offiziellen Datensatz öffnen →

Was bedeuten WMS, WFS, GeoJSON, CKAN, XPlanung und OParl?

WMS: Kartendarstellungsdienst; gut für Visualisierung, nicht automatisch für strukturierte Feature-Daten.
WFS: liefert Geometrien und Attribute von Features und eignet sich für räumliche Abfragen.
GeoJSON: JSON-basiertes Format für Geometrien und Eigenschaften.
CKAN: weit verbreitete Open-Data-Plattform mit Metadaten-API und Ressourcenverwaltung.
XPlanung: deutscher Standard für Planungsdaten und planungsbezogene Austauschmodelle.
OParl: Standard für offene parlamentarische bzw. kommunale Ratsinformationen.

Wie SnoopPro eine Quelle bewertet

Technik

Stabile API? IDs? Geometrie? Pagination? Änderungsdetektion? Abrufgrenzen?

Recht

Lizenz, Attribution, Nutzungsbedingungen, personenbezogene Risiken und erlaubte Speicherung.

Qualität

Abdeckung, Aktualität, Vollständigkeit, bekannte Lücken und fachliche Aussagegrenze.

Produktnutzen

Welche Nutzerfrage beantwortet die Quelle tatsächlich und wie wird sie räumlich verknüpft?

Warum Datenquellen historisiert werden müssen

Ein Orts-Check wird erst dann besonders wertvoll, wenn er nicht nur den heutigen Zustand kennt. Um Updates und Pro History zu ermöglichen, speichert die Engine stabile Quellenschlüssel, Fetch-Zeit und normalisierte Zustände. So kann später unterschieden werden zwischen „heute erneut abgerufen“ und „fachlich tatsächlich geändert“.

Source Registry statt versteckter Scraper-Liste

Bei SnoopPro soll jede produktive Quelle einen nachvollziehbaren Steckbrief erhalten: Betreiber, technische Schnittstelle, Lizenz, Attribution, Abdeckung, Freshness und bekannte Grenzen. Unsichere Quellen bleiben YELLOW oder RED.

Source Registry & Methodik →